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Aus dem Archiv: FTV- Skihütte "Loperanalm"

29.11.2019

In den 30er- und 40er- Jahren bestand im Floridsdorfer Turnverein eine eigene "Schneelaufriege". Diese organisierte nicht nur Wochenend- Ski- Ausflüge in die Umgebung von Wien (z.B. Semmering, Türnitz) sondern führte auch zwei gepachtete Selbstversorger- Schihütten, die "Zauchalm" in Altenmarkt im Pongau und die "Lopernalm" in Bad Mitterndorf.

Die Lopernalm befand sich ursprünglich auf etwa 1580m Seehöhe an der Mitterstein-Abfahrt (vom Lawinenstein), in den Genuss der Abfahrten kam man allerdings nur, wie damals üblich, nach einem stundenlangen Aufstieg, Schilifte gab es nämlich noch keine.

1978 dürfte die Lopernalm ein Stück den Berg hinunter neu aufgebaut und danch eine Zeit lang von der Schisprung- Legende Hubert Neuper als Schi- Restaurant geführt worden sein. Heute heisst sie nach den aktuellen Besitzern, der Familie Schönberger, „Schöni-Alm“.

Jedenfalls hat sich das Hüttenbuch der (alten) Lopernalm erhalten, zwar leider nicht im Verein, aber wir bekamen die Gelegenheit, es für unser Archiv zu scannen. Die Eintragungen in diesem Hüttenbuch waren zu einem geringen Teil durchaus ernsthaft (so wurde z.B. das Inventar aufgelistet), zum überwiegenden Teil aber dem "Hüttenzauber" geschuldet. So hat man sich beispielsweise als Comiczeichner versucht

 

oder an Schiller's Glocke "vergriffen":

 

Festgeschnallt auf seine Bretteln

steht ein Mann am Bergeshang,

In der Hand hält er die Steck'n,

vor der Abfahrt ist ihm bang.

Von der Stirne heiß

rinnen muß der Schweiß.

Alle Heiligen tät er loben,

wär er nur nicht so weit oben.

Wöhltätig ist der Brettel Macht

wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht

doch furchtbar wird so ein Stück Holz

wenn sich's besinnt auf seinen Stolz

verläßt die ausgefahr'ne Spur

und abwärts rast durch die Natur.

Wehe, wenn es losgelassen

rasend ohne Widerstand

durch verharschten Schnee's Massen

abwärts saust ins Unbekannt,

denn zwei richt'ge Bretteln hassen

eines Neulings Unverstand.

...

Stemmen will er, doch vergebens

Christiania (=Haltebogen beim Schifahren), Herr des Lebens

alles, alles ist vergebens.

Wunschlos, sinnlos, hirnlos, traumlos

Geht es schnurstracks auf den Zaun los,

Vor den Augen noch ein Schimmern

schon sind beide Ski in Trümmern

und er saust hoch im Bogen

in den Schnee hinein verwogen.

Hört ihrs wimmern hoch vom Hang

hoffnungslos und weh und bang

wich der Mensch der Götter Stärke

traurig schaut er seine Werke.

...

Er zählt behutsam seine Knochen,

ist ganz erstaunt, nichts ist gebrochen;

Nur viele Beulen auf dem Kopf

doch die hat der eitle Tropf

weil er sich nicht bücken kann

auf uns'rer schönen Dippelhütte

was ich zu beachten "bütte" !